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Bakemonogatari Bearbeiten

Betrachtet man die Publikationen verschiedener deutscher Anime-Publisher der letzten Monat, dürfte ein Titel besonders herausstechen. Mit „Bakemonogatari“ sicherte sich Peppermint Anime einen Titel, der zwar in der Masse bei Weitem nicht so populär sein dürfte, wie Kassenschlager Sword Art Online oder Kreisch-Garant Free!!, jedoch ist die weltweite Fangemeinde um die „Monogatari“-Reihe sehr eingeschworen und groß.

Bakemonogatari ist dabei nur eine Serie von mehreren dieses Universums und umfasst 15 Folgen, welche sich wiederum in Handlungsstränge gliedern. Die ersten fünf Episoden befinden sich auf der ersten DVD/BluRay welche seit 28. Oktober 2016 verfügbar ist. Dabei nebst Episoden: Deutsche und japanische Synchronisation, deutsche Untertitel und als das Bonus das Ending und Opening in der clear Version. Warum man allerdings nicht alle beiden die Openings der Kapitel als Bonus anbietet, weiß wohl nur Peppermint selber.

Erfreulich: Wer die Disc-Version lieber im Regal stehen lässt, wird sich über den digitalen Code in der Box erfreuen, mit dem die Episoden auch digital auf Peppermints hauseigener Streamingplattform Akiba-Pass abrufbar sind.

HandlungBearbeiten

Episode 1-2; Hitagi-Crab 1-2

„Erbärmlich. So erbärmlich, dass auf meinem Glückskekszettel immer nur ‚etwas Glück’ steht.“
Bakemonogatari Hitagi Crab

Koyomi fängt HItagi

Koyomi Araragi ist ein normaler Schüler, welcher ganz klassisch zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort ist. Im Treppenhaus fällt ihm, im wahrsten Sinne des Wortes eine Mitschülerin aus vielen Metern Höhe in die Arme. Erstaunt stellt er fest, dass sie praktisch kein Gewicht hat. Schülerin Hitagi fühlt sich ertappt, denn für den Verlust des Gewichtes ist eine Art Fluch verantwortlich: Seit einiger Zeit folgt eine Gottheit in Form einer Krabbe der jungen Frau und stahl ihr das Gewicht. Nachdem Koyomi ihr Vertrauen gewinnen konnte, bringt er sie zu seinem Freund Meme, welcher als Priester weiß, wie man mit solcherlei Gottheiten umzugehen hat. Sie finden den Kern allen Übels: Hitagis schlimmste Erinnerung zog die Krabbe an.

Spoilerwarnung: Klick auf „Ausklappen” um das Ende des Arcs zu erfahren...
Ihre Mutter ließ sie im Stich, als sie Hitagi beinahe vergewaltigt wurde. Hitagi kann von der Krabbe befreit werden und findet zu ihrem Alten Gewicht zurück.


Episoden 3-5; Mayoi-Snail 1-3

„Ich bin eine Schnecke, die sich verlaufen hat.“
Bakemonogatari Mayoi Snail

Die „verlaufene Schnecke” Mayoi verbirgt ein Geheimnis...

Möchte man die grundlegende Handlung der dritten Episode zusammenfassen, fällt dies erstaunlich kurz aus. Es passiert reichlich wenig klassische Handlung, welche die eigentliche Geschichte voran treibt. Dafür gibt es einen intensiven Blick auf Koyomis und Hitagis Beziehung, welche sich nach der Befreiung Hitagis grundlegend verändert hat. Hitagi ist weiterhin doppeldeutig (und zu Koyomis Verwirrung, sehr offenherzig), Koyomi gegenüber aber sehr dankbar und sieht sich in seiner Schuld. Zudem stößt Hayoi zu den beiden und nachdem Koyomi und die Grundschülerin einen denkbar schlechten Start hatten, ziehen sie zu dritt weiter. Sie selber sagt, sie sei eine verlaufene Schnecke und auf dem Weg zu ihrem Ziel. Ihr Nachname „Hachikuchi” und seine Bedeutung führen sie in die richtige Richtung.

Spoilerwarnung: Klick auf „Ausklappen” um das Ende des Arcs zu erfahren...

Mayoi ist ein Geist, seit sie auf dem Weg zu ihrer Mutter von einem Auto überfahren wurde und seitdem für immer auf dem Weg ist. Nur diejenigen, die selber auf der Reise sind und nicht Zuhause ankommen wollen, treffen auf das „verlaufene Kalb”, die „verlaufene Schnecke“. Nur Koyomi kann sie sehen und Meme hat Hitagi darüber aufgeklärt. Doch Koyomi will nicht glauben, dass er dem Mädchen, das nur er sehen kann, nicht helfen kann und sieht als seine Pflicht, sie zu ihrer Mutter zu bringen.

Ein Anime, der aus der Reihe tanztBearbeiten

Freunde ausgetüftelter Geschichten werden jetzt sicherlich enttäuscht mit den Augen rollen. Tatsächlich zu Unrecht, denn, auch wenn Bakemonogatari sich jeder bekannten Anime-Erzählstruktur entzieht, verbirgt sich hinter den langen Dialogen und häufigen Standbilder eine interessante Handlung. Zugegeben: Der zweite Handlungsstrang ist deutlich ruhiger als der erste und sollte nicht nebenbei geschaut werden. Die „Hitagi-Crab” ist schneller und düsterer als „Mayoi Snail”, beide sind aber sehr wichtig für die Entwicklung der Beziehung zwischen Koyomi und Hitagi.

Vielschichtige HandlungBearbeiten

Bakemonogatari Hitagi gif

Die Erzählung findet zudem auf verschiedenen Ebenen ab. Nebst der „Aktionen“, also der Handlungen der Charaktere, sind die Dialoge sehr wichtig und werden oft mit eingeblendete Texten und Bildern überlagert. Wer sich hier wundert, dass er bei dem Tempo nicht mitkommt: Das ist scheinbar genau so beabsichtigt und ist ein Stilmittel um Atmosphäre und Emotionen zu verdichten. Und an dieser Stelle kommen wir zu einer der größten Stärken der Serie: Bakemonogatari findet auf sehr vielen Schichten statt. Die schnellen Einblendungen, Textoverlays, Anspielungen auf andere Monogatari-Serien oder gar [1] und die komplexen Dialoge bieten es gerade zu an, die Episoden ein zweites oder drittes mal zu sehen. Stilistisch finden sich immer wieder Elemente aus dem Nouvelle Vague. Die farbigen und wechselnden, teils sehr surrealen Hintergründe, Zeitraffer und Zeitlupe im Wechsel und Einblendungen von Fotos und nicht animierte Szenen faszinieren und verstören zugleich. Immer wieder finden sich Hommagen an Größen der Film- und Seriebranche. So erinnern zum Beispiel die Handlungsstrangabschnitte an die Kapitelszenen aus Filmen von Quentin Tarentino.

Bei all diesen Ebenen und teils sehr düsteren Szenen, nimmt sich Bakemonogatari selber nicht all zu ernst und spielt mit der Genre-Einordnung. Es gib ecchi-Szenen, sicherlich auch romantische Momente, es geht um Geister und Dämonen, niedliche Schulmädchen tauchen auf und es gibt wirklich absurd-lustige Situationen aber alles dies gibt keinen direkten Hinweis auf ein großes, über allem stehende Thema.

KizumonogatariBearbeiten

Die Handlung ordnet sich chronologisch direkt nach den Ereignissen der Kizumonogatari-Filme an (welche Peppermint auf dem Peppermint-Anime-Festival, jetzt Akiba-Pass-Festival, zeigt und hoffentlich bald ebenfalls als DVD/BluRay veröffentlicht) und greift einige Szenen eben dieser Filme für einen nahtlosen Anschluss zur ersten Folge der Serie auf.

SynchronisationBearbeiten

Die deutsche Synchronisation ist durchaus gut gelungen, insbesondere Koyomi und Mayoi sind sehr treffend besetzt. Charakter und Dynamik sind sehr gut getroffen, insbesondere Koyomis Hang zur verzweifelten Lethargie klingt gut gut. Einzig und allein Hitagi scheint, sehr subjektiv beurteilt, teils etwas zu sanft und liebevoll. Im japanischen Original hört man häufig mehr Härte und Verachtung. Aber hier jammert man auf hohem Niveau, die deutsche Sprachausgabe ist sehr gut getroffen und bietet sich an, um deutlich mehr von der komplexen Visualität und den Texteinblendungen mitzubekommen und zu vermeidne, sich von zu viel Text auf dem Bildschirm ablenken zu lassen.


Wer sicher selber eine Meinung bilden möchte, kann die erste Folge vollkommen legal und in voller Länge auf Youtube auf dem Channel von Ninotaku schauen:

Bakemonogatari Episode 01 (deutsch) - NinotakuTV Sneak Preview

Bakemonogatari Episode 01 (deutsch) - NinotakuTV Sneak Preview

Bakemonogatari wird nicht jedem gefallen, weil die Serie einfach sehr widerspenstig und verglichen mit anderen Anime sehr unzugänglich ist. Doch gerade diejenigen, die mit demselben, langweiligen Einheitsbrei der letzten Jahre wenig am Hut haben und auf der Suche sind nach etwas kantigen und charaktervollem, werden das Monogatari-Universum verschlingen!


Wertung zum Anime/Manga Monogatari/Bakemonogatari
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Springteufel (Diskussion) 20:23, 21. Nov. 2016 (UTC)


  1. andere Anime-Serien

Hitagi wird immer wieder als Tsundere, dem Begriff für den Anime-Trope, bezeichnet.
Es gibt einen Dialog mit Dragon-Ball-Anspielung „...ich warte, bis die Sayajin auf die Erde kommen.“
Dialog zwischen Hitagi und Koyomi: „Yaoi-Fan, was ist das? - Das ist die Abkürzung für: (Yama nachi, ochi nachi, imi shinchou) Kein Berg, keine Pointe, tiefsinnige Bedeutung.“

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