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Als ich mir die erste Folge von „Tokyo Ghoul” angesehen habe, bekam ich eine Gänsehaut - aber nicht durch das viele Blut und Gedärme, die zu sehen waren. Was mich fesselte, war der psychologische Horror, welchen alle Charaktere durchlaufen. An der Stelle wo „Elfen Lied” mit dem Gore-Flair punktet, überzeugt „Tokyo Ghoul” zusätzlich mit Charakterentwicklung, welche vor allen Dingen im Manga schön zu sehen ist.

In diesem Artbook-Review[1] wird der Frage nachgegangen, warum das Artbook trotz seiner Schwächen eine Pflichtliteratur für jeden, der sich als „Tokyo Ghoul”-Fan outet. Ich verrate euch schon vorab, dass dieses fantastische Werk nicht nur eine Ansammlung an Bildern ist.

Sui Ishida ist der Mangaka des Mangahits[2] „Tokyo Ghoul”, welcher ab 2011 in Shueishas Magazin „Weekly Young Jump” publiziert wird. Sein expressionistischer Mangastil hebt sich von der Masse der Mangakas klar ab.

Stil

Sein Stil sticht nicht nur durch das detaillierte Setzen von Linien und Punkten hervor, sondern durch den gekonnten Einsatz von Farben. Gefühle und Persönlichkeiten der Charakteren wird so Ausdruck verliehen und werden unterstrichen. Findet ihr es nicht auch gruselig, wenn ein Fremder mit Maske vor euch steht und anlächelt[3]?!

Artbook-Cover

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Der Hase bereitet mir Albträume. Dabei schaut er so unschuldig!

Auf dem Cover des Artbooks sind die Hauptcharaktere Ken und Tōka auf blaufarbigem Hintergrund zu sehen. Im Gegensatz zum japanischen Original, hat das deutsche Artbook keinen Buchumschlag. Auch die Größe ist ungewöhnlich: Es hat das klassische Mangaformat. Das Buch ist konzipiert, um mit einer Hand gelesen zu werden. Die Seiten sind zudem angenehm matt.

Auf der Rückseite ist ein... warte, was ist das für ein Hase?! Man kann seine Rippen und rotes Fleisch sehen. Es scheint ganz, als habe er selbst den Reißverschluss über seine Haut gezogen. Man sieht: Das Artbook eignet sich hervorragend als Geschenk für Halloween und Ostern (wo man das Buch im Manga-Regal verstecken kann).

Beim japanischen Original kann man den Buchumschlag abnehmen. Das Buchcover ist dann in schwarzweiß gestaltet. Außer diesen Änderungen ist das Buch dem japanischen Original treu. Auch das Aufschlagen des Artbooks von rechts nach links, wie es bei Mangas üblich ist, wurde beibehalten. Die Texte kann man gewohnt von links nach rechts lesen.

Inhalt

Der Publisher[4] KAZÉ ist dem japanischen Original so treu geblieben, dass sie sogar die Kommentare auf den Bildern platziert haben. Bei einigen Full-Artworks behindert der Text den Betrachtungsgenuss eines Kunstliebhaber. Es besteht alternativ auch die Möglichkeit, den Text auf einer separaten Seite zu drucken. Aber dies ist auch wirklich der einzige Kritikpunkt am Artbook.

Zu den Bildern stehen Kommentare von Sui Ishida selbst. An dieser Stelle will ich die Übersetzungsarbeit von Yuko Keller, welche die Mangaserie zu „Tokyo Ghoul” übersetzt, loben.

Manga-Coverbilder

In Kommentaren teilt der Mangaka dem Leser mit, was seine Gedanken beim Zeichnen gewesen sind und liefert Hintergrundinformationen zu den abgebildeten Charakteren: Auf dem ersten Mangaband-Cover liest Ken das Buch „Das Ei der schwarzen Ziege”, welches von Sen Takatsuki (auch Eto genannt) verfasst wurde[5]. Allerdings ist der Titel nur erfunden und ist eine Metapher, welche Liz und Ken charakterisiert[6].

Auch verrät der Mangaka, dass er die Bilder am Computer erstellt - Eine Seltenheit unter Mangakas. Hierfür verwendet er die Software PaintTool SAI. Was mich persönlich überrascht, ist, dass der Mangaka lange an seinen Coverbilder arbeitet: Sechs Stunden[7] gibt er an. Aber man sieht auch, dass er sehr viel Mühe in seine Arbeit investiert und dafür kann man ihn nur schätzen.

Titelbilder

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Ausschnitte von Titelbild #9 (links) und Titelbild #23 (rechts).

Sui Ishida beherrscht viele Zeichenstile, was sich vor allem in den Titelbildern zeigt. So taucht er Ken in ein detailreiche Blautöne ein[8]. Die Geschwister Tōka und Hinami hingegen mit werden mit weniger klaren Linien versehen, damit die Thematik des Verschollen-seins besser dargestellt wird[9]. Auch zeigt der Mangaka, wie Bilder durch einzelne Schritte entstehen[10].

Sonstige Bilder

Auf den letzten Seiten des Buchs, werden dem Leser Skizzen gezeigt und einige Geheimnisse offenbart. Im Anime erfährt man nicht viel über Uta. Wie sehen seine bedeckten Tätowierungen aus? Was bedeutet der Satz rund um seinen Hals? Nun, um sein Hals steht folgender Satz in Griechisch geschrieben: „Νεχ ποσσυμ τεχυμ ωιωερε, νεχ σινε τε”. Dies bedeutet: „Ich kann weder mit dir noch ohne dich leben”. Es wird auch der Frage nachgegangen, ob Ghouls/Ghule rauchen könnten. Das werdet ihr im Buch herausfinden.

Fazit

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This. Is. Tokyo. Ghoul.

Für „die hard fans”, auch Ghouls genannt, ist das Artbook absolute Pflicht! Da besteht kein Diskussionsbedarf. Einzig Was mir am Artbook nicht gefällt, sind die direkt auf den Bildern platzierten Texte, was dem Betrachtungsgenuss behindert. Aber dies ist nur ein kleiner Punkt. Ich habe im Bus ausprobiert mit einer Hand zu blättern und es funktioniert! Softcover, matt, kein Buchumschlag, Mangagröße - Perfekt für einarmige Banditen!

Das Buch ist nicht nur eine Ansammlung von Bildern, sondern führt dem Leser auch in die Gedanken eines Künstlers ein. Es bietet Lesestoff für Manga- und Animefans der Serie und ich bin schon gespannt, was mich im nächsten Artbook Tokyo Ghoul anime erwartet. Bestellen könnt ihr den Band im Kazé-Onlineshop.

Hier noch ein Fazit von einem Ghoulexorcist und Wikianer:

Ahiru Yukitori aka Ahiru
„Mir gefällt, dass Sui persönliche Erinnerungen an seine Kunstwerke geknüpft hat und diese mit uns teilt. Auch, dass ich im deutschsprachigen Raum vorher unveröffentlichte Illustrationen sehen konnte, hat mich gefreut.”


In diesem Review konnte ich euch nicht mal von der Hälfte des Buchs erzählen. Es gibt einfach zu viele nennenswerte Details, aber hier mein Fazit: Das Bucht ist echt „ghoul“ :3 Von meiner Seite hat es 4/5 Kaffeetassen er-gruselt.

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Anmerkungen und Einzelnachweise

  1. Neudeutsch für Rezension
  2. Nein, ich übertreibe nicht mit dem Wort Mangahit
  3. Das erinnert mich an Dr. Hannibal Lecter aus dem Film "Das Schweigen der Lämmer"
  4. Neudeutsch für Verleiher
  5. Tokyo Ghoul zakki, Seite 2
  6. Liz ist die schwarze Ziege und Ken das Ei.
  7. Tokyo Ghoul Zakki, Seite 9
  8. Tokyo Ghoul Zakki, Seite 29
  9. Tokyo Ghoul Zakki, Seite 34
  10. Tokyo Ghoul Zakki, Seite 54 f.

Schon gelesen?
Animeklassiker + Tokyo Ghoul Zakki + Realverfilmungen (Ghost in the Shell)