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K.K. Studio Ghibli (株式会社スタジオジブリ, Kabushiki-gaisha Sutajio Jiburi?) ist ein japanisches Zeichentrickfilmstudio.

Geschichte Bearbeiten

Der Film Nausicaä aus dem Tal der Winde von Hayao Miyazaki war 1984 an den japanischen Kinokassen sehr erfolgreich und führte dazu, dass die Produktionsfirma Tokuma Shoten 1985 das Studio Ghibli gründete. Mit Sitz in Kichijoji wird es seitdem von Miyazaki und Isao Takahata geleitet (Später kam Toshio Suzuki hinzu).

Der Name Ghibli geht auf eine italienische Bezeichnung, die wiederum arabischen Ursprungs ist, zurück, allerdings mit der Aussprache statt des italienischen harten „g“. Sie steht für einen heißen Sahara-Wüstenwind (Gibli قبلی) und wurde ab dem Zweiten Weltkrieg auch für das italienische Flugzeug Caproni Ca.309 Ghibli verwendet. Als Luftfahrt-Interessierter wählte Miyazaki diesen Namen, um deutlich zu machen, dass er „frischen Wind“ in die japanische Anime-Industrie bringen wollte.

Der erste Zeichentrickfilm in Spielfilmlänge aus dem Hause Ghibli entstand 1986 mit Das Schloss im Himmel. Er handelt von der Abenteuergeschichte zweier Kinder, die sich auf die Suche nach einem legendären, fliegenden Schloss machen. Der Film konnte zwar Nausicaäs Popularität nicht überragen, war für einen Anime-Film aber ebenfalls außergewöhnlich erfolgreich und ermöglichte dem Studio weitere Produktionen. So setzten Miyazaki und Takahata 1988 gleich zwei Filme um: Mein Nachbar Totoro und Die letzten Glühwürmchen konnten zwar die hohen Einspielerwartungen nicht erfüllen, wurden jedoch mehrfach ausgezeichnet, von Kritikern gelobt und machten das Studio bekannt. Während Die letzten Glühwürmchen ein trauriges Antikriegsdrama um zwei Geschwister ist, zeichnen den Kinderfilm Mein Nachbar Totoro vor allem die darin vorkommenden Fantasiewesen aus. Merchandise-Artikel zu Totoro verkaufen sich nach wie vor gut, und das Totoro-Titellied ist eines der bekanntesten Lieder in Japan überhaupt.

Der erste große finanzielle Erfolg kam 1989 mit Kikis kleiner Lieferservice. Der auf einem Kinderbuch von Eiko Kadono basierende Film über eine junge Hexe wurde zum erfolgreichsten japanischen Film aus dem Jahr 1989. Isao Takahatas Tränen der Erinnerung – Only Yesterday konnte 1990 einen ähnlichen Erfolg aufweisen.

Weil für die rund 90 Mitarbeiter nun nicht mehr ausreichend Platz im Studio war, baute man 1992 in Koganei ein neues Gebäude. Fast zur selben Zeit erschien Miyazakis melancholische Liebesgeschichte Porco Rosso, das abermals zum erfolgreichsten japanischen Film des Jahres wurde. Während Pom Poko 1994 erneut ein Erfolg im Kino war, wurde 1993 mit Flüstern des Meeres – Ocean Waves ein Fernsehfilm aus dem Studio Ghibli veröffentlicht, der erstmals ohne Beteiligung von Isao Takahata und Hayao Miyazaki entstand.

Nach Stimme des Herzens begann das Studio Ghibli 1995 mit der Arbeit an Prinzessin Mononoke. Dieses dramatische Märchen erschien 1997 und war der bis zu diesem Zeitpunkt erfolgreichste Film aller Zeiten in Japan. Der Film erregte auch außerhalb Japans erstmals Aufmerksamkeit. Der wirkliche internationale Durchbruch für Ghibli kam jedoch erst 2001 mit Chihiros Reise ins Zauberland, einem komplexen Märchen um ein zehnjähriges Mädchen, das in eine Fantasiewelt gelangt. Chihiro war in Japan sogar noch erfolgreicher als Prinzessin Mononoke, erhielt 2003 den Oscar in der Kategorie „Bester Animationsfilm“ und den Goldenen Bären auf der Berlinale 2002 und ist der bislang am meisten ausgezeichnete Zeichentrickfilm aller Zeiten.

Nach Das Königreich der Katzen folgte mit Das wandelnde Schloss der nächste Erfolg. Die Fantasy-Geschichte nach einem Roman der englischen Schriftstellerin Diana Wynne Jones hatte in Japan den erfolgreichsten Filmstart aller Zeiten und wurde 2006 für einen Oscar nominiert.

Die Chroniken von Erdsee, eine Fantasy-Geschichte nach dem Buch Das ferne Ufer der US-amerikanischen Schriftstellerin Ursula K. Le Guin, ist das Regiedebüt von Hayao Miyazakis Sohn Gorō Miyazaki. Der Film kam im Juli 2006 in die japanischen Kinos und am 8. November 2007 in die deutschen Kinos.

Am 1. Februar 2008 löste Kōji Hoshino, früherer Präsident der Walt Disney Japan, Toshio Suzuki als Präsident von Studio Ghibli ab.[1]

Am 19. Juli 2008 kam unter der Regie von Hayao Miyazaki Ponyo – Das große Abenteuer am Meer in die japanischen Kinos und erschien am 16. September 2010 in Deutschland.

Der nächste Ghibli-Film, Arrietty – Die wundersame Welt der Borger[2] unter Regie von Hiromasa Yonebayashi, kam am 17. Juli 2010 in die japanischen und am 2. Juni 2011 auch in die deutschen Kinos. Er basiert auf der 1952 erschienen Kinderbuchreihe Die Borger (The Borrowers) von Mary Norton.

Der Film Der Mohnblumenberg unter der Regie von Gorō Miyazaki ist am 16. Juli 2011 in Japan veröffentlicht worden. Er ist eine Anime-Adaption des gleichnamigen Mangas aus dem Jahr 1980. Der Kinostart in Deutschland war im November 2013.

Der Film Wie der Wind sich hebt kam am 20. Juli 2013 in die japanischen Kinos. Regie führte Hayao Miyazaki, der auch die Mangavorlage schrieb, die wiederum auf einer Kurzgeschichte von Tatsuo Hori über den Luftfahrtingenieur Jirō Horikoshi beruht. Der gleichzeitig produzierte Film Die Legende der Prinzessin Kaguya (orig.: Kaguya-hime no Monogatari) unter der Regie von Isao Takahata erschien im November 2013.

Im Dezember 2013 wurde die Verfilmung von Joan G. Robinsons Kinderbuch When Marnie Was There unter der Regie von Hiromasa Yonebayashi bekanntgegeben, welche am 19. Juli 2014 unter dem Titel Omoide no Marnie in die japanischen Kinos kam. Daneben assistiert Ghibli unter der Regie von Gorō Miyazaki bei Polygon Pictures Sanzoku no Musume Rōnya, einer Adaption von Astrid Lindgrens Ronja Räubertochter, als erste Fernsehserie und erstes computeranimiertes Werk des Studios. Diese Serie lief von Oktober 2014 bis März 2015 im japanischen Fernsehen.[3]

Im August 2014 verkündete der Ghibli-Produzent Toshio Suzuki, dass man das Unternehmen neu strukturieren wolle und dass deshalb eine Pause eingelegt werde. Das Unternehmen werde bis zur Fertigstellung dieser Umstrukturierung keine weiteren Filme schaffen.[4]

17.09.2016 lief der Film „The Red Turtle“, woran Studio Ghibli und Wild Bunch mitwirkten. Die Regie führte Michaël Dudok de Wit. Auch Isao Takahata half in der Animation-Regie mit.

Werke Bearbeiten

Weitere Werke, unter anderem Videospiele, OVA und Werbespots findet ihr im GhibliWiki.

Spielfilme Bearbeiten

Museum-Kurzfilme Bearbeiten

Serien Bearbeiten

Referenzen Bearbeiten

  1. Ghibli Head Suzuki Steps Down, Remains as Producer, AnimeNewsNetwork, 1. Februar 2008
  2. http://karigurashi.jp/
  3. 山賊の娘ローニャ (japanisch), abgerufen am 21. Januar 2016
  4. Studio Ghibli
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